ARGE-Tagung 2024 in Ellwangen:Für Ruhezeiten sorgen ist Pflicht

Hoch auf der Schwäbischen Alb, über der Stadt Ellwangen, tagte heuer die Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen Mesnerverbände. Das Tagungshaus auf dem Schönenberg bot ideale Voraussetzungen für die Beratungen, in denen es neben üblichen Regularien wieder um berufsständische Fragen ging. Vorsitzender Klaus Probst begrüßte alle Teilnehmenden und dankte dem gastgebenden Verband Rottenburg-Stuttgart für die umsichtige Organisation und Vorbereitung der Tage. Ehe man in die Inhalte einstieg, gab Präses Pfarrer Ernst Haas einen geistlichen Einstieg und betete zusammen mit den Delegierten um einen guten Tagungsverlauf. Breiten Raum nahmen inhaltlich Wieder einmal Überlegungen zur Arbeitszeiterfassung im liturgischen und pastoralen Bereich ein. Das Thema an sich sei richtig und unterstützenswert. Soweit war sich die Runde noch einig. Was aber ist beispielsweise, wenn ein Priester nachts zu einem Sterbenden gerufen wird, am nächsten Tag abereingeplante Termine hat. Müssten die dann aufgrund des seelsorglichen Notfalls und dem damit verbundenen Nichteinhalten der Ruhezeit abgesagt oder verschoben werden? Im liturgischen Bereich, der vorwiegend Mesnerinnen und Mesner betrifft, sei es vielleicht in der Theorie einfacher, Ruhezeiten einzuhalten, aber in der Praxis noch nicht. Vorsitzender Klaus Probst betonte: ,,Dafür zu sorgen, dass Ruhezeiten eingehalten werden, ist ganz unabhängig von der Arbeitszeiterfassung jetzt schon Pflicht.“ Beschäftigte und Vorgesetzte stünden, so Probst, in einer gemeinsamen Verantwortung, diese Pflicht umzusetzen. Darauf immer wieder aufmerksam zu machen und bei Verstößen einzuschreiten, könnte eine künftige Aufgabe von ARGE und Mesnerverbänden sein. Schulleiter Johannes Rummel berichtete wieder von der Freisinger Mesnerschule und stellte fest, dass diese seit Jahren ausgebucht sei. Auch das neue Prüfungssystem und die Zusammenarbeit mit der Fortbildung Freising habe sich sehr bewährt. Auch die Teilung des Kurses in mehrere zeitlich voneinander getrennte Kurswochen werde durchwegs positiv gesehen. Heuer startet die Mesnerschule den Versuch, neben dem großen auch einen zeitlich eingeschränkten Kurs anzubieten. Wilhelm Karg, Vorsitzender des Mesnerverbandes Würzburg, berichtete, dass die Vorbereitungen für die ARGE-Wallfahrt im Juni 2027 nach Würzburgund Veitshöchheim bereits im vollen Gange sind. Schließlich fanden bei der Tagung auch Neuwahlen statt. Unter der Leitung von Daniela Popp aus Freystadt (Diözese Eichstätt) wurde der gesamte Vorstand für fünf Jahre wiedergewählt. Pfarrer Ernst Haas (Diözese Würzburg) als Präses, Klaus Probst (Diözese Augsburg) als Vorsitzender, Schriftführer Andreas Schafer (Rottenburg-Stuttgart) und Kassier Gerhard Brandl (Regensburg). Die beiden letztgenannten sind zugleich auch gleichberechtigte Stellvertreter des Vorsitzenden. Ein positives Echo erhielt der ,,Katholische Mesner“ aus den Reihen der ARGE-Delegierten. Mit der Arbeit der Redakteurin Gerlinde Knoller sei man überaus zufrieden. Die ARGE ist neben dem Mesnerverband Augsburg Mitherausgeberin der Standeszeitschrift. Ein festlicher Gottesdienst mit Weihbischof Dr. Gerhard Schneider und den anwesenden Diözesanpräsides bildete den Abschluss der inhaltlichen Tagung. Im Besichtigungsprogramm begegnete den Teilnehmenden immer wieder die Kunst des 2015 verstorbenen Priesters und Malers Sieger Köder, der in Ellwangen wohnte und wirkte. So besichtigte man das ihm gewidmete Museum und erhielt eine Führung durch das Ellwanger Münster. Die Tagung endete mit einem gemeinsamen Mittagessen in der Ellwanger Altstadt. Vorsitzender Probst war aufgrund einer Terminüberschneidung bereits am Tag vorher abgereist. So dankte der stellvertretende Vorsitzende und Gastgeber Andreas Schäfer für das rege Mittun, das gute Miteinander und die spürbare Gemeinschaft untereinander und entließ die Gäste in der Freude auf das Wiedersehen spätestens bei der Tagung 2026 in der Diözese Augsburg.