ARGE-Tagung 2024 in Bamberg:Von Regelungswut bis Bamberger Unterwelt


Einmal im Jahr versammeln sich die Verantwortlichen der Mesnerverbände aller bayerischen und baden-württembergischen Diözesen zu dreitägigen Beratungen. Heuer war das Ziel das Bistumshaus St. Otto in Bamberg. Vorsitzender Klaus Probst begrüßte dazu nicht nur die Mesnerkollegen, sondern auch einige Präsides ans den Verbänden. Die Tagesordnung war groß und vielfältig. Neben üblichen Punkten wie Protokoll und Kasse nahm die Freisinger Mesnerschule einen breiten Raum ein. Schulleiter Johannes Rummel berichtete von einer voll ausgelasteten Teilnehmerzahl, sodass mittlerweile sogar eine Warteliste angelegt werden musste. Bewahrt habe sich, so Rummel, die dreiteilige Prüfung, bestehend aus Praxis, Portfolio und schriftlicher Arbeit. Die neue Verantwortliche der Schule seitens der Fort- und Weiterbildung Freising, Dr. Barbara Haselbock, stellte sich der ARGE-Runde per Video-Schalte kurz vor. Rückschau gehalten wurde auf die süddeutsche Wallfahrt im Juni nach Regensburg. Die Delegierten bescheinigten Diözesanleiter Robert Feigl und seinem Team eine hervorragende Organisation und Durchführung der Wallfahrt und dankten ausdrücklich dafür. Erste Weichen wurden bereits für die nächste Wallfahrt in drei Jahren gestellt. Auch mit der Gestaltung des ,,Katholischen Mesner“ sei man sehr zufrieden, weshalb die Arbeit der Redakteurin Gerlinde Knoller (in deren Abwesenheit) sehr gelobt wurde. Sehr ausführlich befasste sich das Gremium mit der provokant gestellten Frage: ,,Deutsche Regelungswut — Fluch oder Segen für den Mesnerberuf?“ Ein paar Beispiele Wurden in die Runde geworfen: Mindestabstand von Opferlichtern soll 3 cm betragen. Kann das jeder garantieren? Was passiert, wenn nicht? Es gibt schon Kirchen, wo es genau deshalb keine Opferlichter mehr gibt. Wenn Ehrenamtliche keine Sicherheitsunterweisung bekommen, dürfen sie nicht tätig werden. Bekommen Mesnerinnen und Mesner dann noch ehren-amtliche Helfer? Können angesichts zunehmender Vorschriften in den Kirchen z. B. Christbäume noch ,,regelkonform“ aufgestellt werden? In Kleingruppen wurden diese und weitere Fragen vertieft und rege, aber auch kontrovers diskutiert. Einig war man sich: Man könne manches ,,totregeln“ und übertreiben. Andererseits sind viele Regeln auch für die Mesnertätigkeit sinnvoll. ,,Manches muss einfach mit gesundem Menschenverstand angegangen werden“, so Teilnehmer Thorsten Poth aus Landsberg. Und Vorsitzender Probst ergänzte: ,,Viele gutmütige Mesnerinnen und Mesner müssen einfach auch das Nein-Sagen lernen, wenn sie merken, dass manche Anordnung den Sicherheitsregeln widerspricht.“ Eine besondere Freude war es den Delegierten, dass sich der neue Bamberger Erzbischof Herwig Gössl zu einem Gottesdienst angesagt hatte. In der Predigt ging er auf die Rolle von Martha und Maria ein und fand am Ende wertschätzende Dankesworte für die Mesnerinnen und Mesner und deren wichtigen Dienst. Im Rahmenprogramm konnte die Versammlung nicht nur ,,Schlenkerla“ genießen, sondern auch eine spirituelle Domführung bei Nacht. Am Abschlusstag erkundete man noch die Bamberger Stollen, die sich auf mehrere Kilometer unter der Stadt hindurchziehen. Beim Abschlussessen dankte Vorsitzender Klaus Probst dem Bamberger Verband, namentlich Diözesanleiter Thomas Werb, für die Ausrichtung der Tage und für das ansprechende Rahmen-programm.